Dienstag, 10. Februar 2015

0121-Laktose-Intoleranz

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Laktose-Intoleranz: das sind die Ursachen

von Beate Rossbach
Das Wort Laktose setzt sich aus dem lateinischen Wort „lac" für Milch sowie der Endung „ose" für Zucker ab und bezeichnet. Laktose setzt sich aus zwei Bausteinen zusammen, dem Traubenzucker (Glukose) und dem Schleimzucker (Galaktose). Wenn wir Milch oder Milchprodukte zu uns nehemne, wird die Laktose im Darm von dem Enzym Laktase in seine beiden Bestandteile aufgespalten. Anschließend gelangen die beiden Zuckerkomponenten über die Darmschleimhaut ins Blut und liefern dem Körper Energie. Wenn zuwenig Laktase vorhanden ist, kann der Magen-Darm-Trakt die Laktose nicht verdauen und sie gelangt statt ins Blut unverändert in den Dickdarm. Hier vergären Darmbakterien den Milchzucker zu Gasen und Fettsäuren, wodurch der Darm gereizt wird. Milchunverträglichkeit führt zu diesen Beschwerden:
- Völlegefühl
- Blähungen
- Durchfall
- krampfartige Bauchschmerzen
Die Beschwerden beim einer Laktoseintoleranz sind zwar unangenehm aber nicht bedrohlich. Genau genommen ist eine Milchunverträglichkeit im Erwachsenenalter keine Krankheit sondern der Normalzustand. Im Säuglings- und Kleinkindalter können fast alle Menschen Laktose verdauen. Mit zunehmendem Alter produziert der Körper jedoch immer weniger von dem Milchzucker spaltenden Enzym. Das liegt daran, dass Jahrtausendelang Milch als Nahrungsmittel für Erwachsene nicht üblich war.
Dass heute in Nordeuropa etwa 85 % der Erwachsenen Milch vertragen, liegt an einem Gendefekt. Um besser überleben zu können, hat sich bei Völkern mit milchproduzierenden Haustieren eine sogenannte Laktosepersistenz ausgebildet. In Asien wo bestenfalls mit laktosefreier Kokosmilch gekocht wird, verträgt auch heute nur 10 % der Erwachsenen Laktose. Was Sie tun können, wenn Sie Milch schlecht vertragen, lesen Sie im Folgenden.

Laktose-Intoleranz? Das können Sie tun

von Beate Rossbach
Wenn Sie selbst von der Laktose-Unverträglichkeit betroffen sind, müssen Sie beim Einkaufen besonders aufpassen. Denn nicht nur Milch selbst und Milchprodukte wie Käse oder Joghurt enthalten den Milchzucker. Auch Schokolade, Fertiggerichte und sogar Wurstwaren können ihn enthalten. Hier hilft nur ein wachsamer Blick auf die Zutatenliste. Diese Bezeichnungen deuten auf Laktose hin:
- Milchpulver
- Rahm
- E966
- Molke
- Joghurt-Pulver
Laktosefrei sind dagegen Milcheiweiß, Milchsäure-Bakterien und Laktat. Auf abgepackten Produkten muss der Milchzucker deklariert sein. Ab Dezember dieses Jahres muss der Käufer dann auch gemäß EU-Lebensmitteldeklarationsverordnung bei unverpackter Ware z. B. aus der Bäckerei oder vom Wochenmarkt erkennen können, ob das Produkt Laktose enthält.
Solange Sie Ihre Speisen selbst zubereiten, können Sie die für Sie unverdauliche Substanz weitgehend vermeiden. Anders sieht das aus, wenn man zum Essen eingeladen ist oder ein Restaurant besucht. Damit auch hier der Genuss nicht geschmälert wird und ohne unangenehme Folgen bleibt, gibt es seit einiger Zeit Fertigpräparate, die das Enzym Laktase enthalten. Mit diesen Nahrungsergänzungsmitteln können Sie Ihrem Körper das Enzym zuführen, sodass der Milchzucker verdaut wird.
Darauf sollten Sie achten, wenn Sie Milch schlecht vertragen:
- Wenn Sie Laktose mit etwas mehr Fett zu sich nehmen, bleibt sie länger im Magen und erreicht den Dünndarm verzögert, wodurch sie auch bei geringerem Enzymaufkommen noch verdaut werden kann. Probieren Sie es daher lieber mit Sahnejoghurt anstatt mit Magermilchprodukten.
- Essen Sie keine Milchprodukte auf nüchternen Magen.
- Sorgen Sie beim Milchverzicht auf eine ausreichende Zufuhr von Kalzium indem Sie reichlich Lebensmittel wie Brokkoli oder Grünkohl verzehren und kalziumreiches Mineralwasser trinken.
- Greifen Sie auf laktosefreie Sojaprodukte zurück, die Sie reichlich mit Eiweiß versorgen.
- Trinken Sie laktosefreie Milch (z. B. MinusL, Rewe „frei von", die über dieselben Vitalstoffe wie Milch verfügt, jedoch bereits aufgespaltenen Milchzucker enthält.

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