Mittwoch, 26. August 2015

0163-Grippemittel helfen gegen E. coli- Irrtum oder Wahrheit?


Es war schon immer so: Ein Forscher findet immer das was er finden will. Und die Forscher in der Schweiz haben nun mit hoher Wahrscheinlichkeit einen weiteren Markt für ein bekanntes Grippeschutzmittel gefunden.

Diese Feststellung gehört in den Bereich der Irreführung. Es steht keineswegs fest, dass diese Mittel gegen E.Coli wirken.

w.sto-2015-08-26




http://derstandard.at/2000021230018/Grippemittel-helfen-gegen-E-coli

Grippemittel helfen gegen E. coli
25. August 2015, 12:15
Forscher konnten zeigen, dass ein Kohlehydrat der Darmschleimhaut bestimmte Colibakterien stark vermehrt und so Entzündungen verursacht. – Grippemittel könnten eine Therapieoption sein


foto: reuters/leonhard foeger
Grippemedikamente wie Tamiflu könnten auch bei entzündlichen Darmerkrankungen eingesetzt werden, meinen Forscher der Uni Zürich. – Zumindest bei MäusenGrippemedikamente wie Tamiflu könnten auch bei entzündlichen Darmerkrankungen eingesetzt werden, meinen Forscher der Uni Zürich. – Zumindest bei Mäusen.

Zürich – Trillionen von Bakterien besiedeln den menschlichen Darm. Die Zusammensetzung dieser Bakterienpopulation ist sehr variabel und wird durch unsere Ernährung beeinflusst. Krankheiten, aber auch Antibiotika-Behandlungen, können zu signifikanten Verschiebungen innerhalb dieses Gleichgewichts führen. Kritische Situationen treten etwa dann auf, wenn sich ganze Bakteriengruppen plötzlich stark vermehren. Sie können das Darmgewebe beschädigen und zu Entzündungen führen.
Wie solche Umverteilungen ausgelöst werden, war bislang noch weitgehend unbekannt. Jetzt haben Physiologen der Universität Zürich entdeckt, warum sich das Darmbakterium Escherichia coli stark vermehrt und entzündungsfördernd wirkt.
Ein Kohlenhydrat vermehrt Escherichia coli
Im Normalzustand sind Escherichia coli harmlos und machen nur rund 0,1 Prozent der Darmflora aus. Wenn sie jedoch in großen Mengen vorkommen, können sie Durchfall oder eine schwere Darmentzündung auslösen. Die Forscher konnten zeigen, dass eine Überproduktion von Escherichia coli auf die Verfügbarkeit des Kohlenhydrats Sialinsäure zurückzuführen ist. Diese kommt in großen Mengen in den Proteinen der Darmschleimhaut vor.
Damit die Bakterien die Sialinsäure überhaupt verwerten können, sind sie auf die Mithilfe des Enzyms Sialidase angewiesen, das von anderen Darmbakterien freigesetzt wird. "Bemerkenswert ist, dass Escherichia coli selber keine solche Enzyme produziert", erklärt Thierry Hennet vom Physiologischen Institut der Uni Zürich.
Sialidase-Hemmer wirken gegen Darmentzündungen
Hennet und seinen Kollegen ist es gelungen, die komplexe Ereigniskette einer schweren, durch Escherichia coli ausgelösten Entzündung nachzuweisen: Eine Verletzung der Darmschleimhaut von Mäusen führt zuerst zur starken Vermehrung eines nicht krankheitserregenden Bakteriums, das Sialidase abgibt. Diese verstärkte Enzymproduktion setzt Sialinsäure frei, die eine Überproduktion von Escherichia coli fördert und damit zu einer Darmentzündung führen kann.
Die Forscher fanden zudem heraus, dass durch die Einnahme eines Sialidase-Hemmers die übermäßige Bildung vom Escherichia coli verhindert und somit die Krankheitssymptome gelindert werden konnten. Solche Sialidase-Hemmer wurden bereits gegen das Influenzavirus entwickelt. "Derivate von bekannten Grippe-Wirkstoffen wie zum Beispiel Tamiflu und Relenza könnten somit ebenfalls bei entzündlichen Darmerkrankungen eingesetzt werden", sagt Thierry Hennet. (red, 25.8.2015)




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